Eine Kurzfassung der Geschichte der St. Afra Kirche

Bis zum Jahr 1507 war Obernheim in die Kirche von Nusplingen eingepfarrt. Am Ort war nur eine Kaplanei eingerichtet. Durch das Vermächtnis der Katharina Urachin geb. Sutter im Jahr 1484,  welche ihren Hof  mit Feldern in Obernheim nach ihrem Tode für eine ewige Messe stiftete, war es möglich die bislang nicht dotierte Kaplanei selbstständig zu machen.  Diesem Wunsch der Verstorbenen wurde vermutlich anlässlich ihres Todes im Jahre 1507 von bischöflicher Seite entsprochen.
Zur damaligen Zeit besaß die unbedeutende Ortschaft Obernheim ein kleines Kirchlein mit einem Turm, auf dessen Grundmauern der heutige Kirchturm errichtet ist.
Obernheim erlebte zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert eine rasante Entwicklung und das kleine Kirchlein konnte die Gläubigen nicht mehr aufnehmen.  Dem bischöflichen Ordinariat wurde daher mehrfach der Wunsch nach Errichtung eines größeren Gotteshauses vorgetragen.  Mit der Neubesetzung der Pfarrei durch Augustin Buol im Jahr 1751 war es durch sein Engagement möglich geworden, den Kirchenbau in Obernheim voran zu bringen. Er beauftragte den Deutschordens-Baumeister Johann Caspar Bagnato aus Altshausen, einen Riss mit Kostenüberschlag von einer neuen Kirche anzufertigen.  Bagnato zählte durch seine bis dahin schon verwirklichten Bauvorhaben zu den großen Baumeistern der barocken Architektur. So  bekam Obernheim zwischen 1752 und 1753 ein barockes Juwel. Hierbei hatte der Baumeister auf das bestehende Gotteshaus teilweise Rücksicht genommen.  Er schuf einen Querbau zum bisherigen Kirchlein und konnte den vorhandenen Kirchturm in das neue Gebäude integrieren.

Pfarrkirche. Grundriss mit dem in den Neubau übernommenen Bau Bagnatos (schwarz) von 1751-1754





Bagnato holte zur Ausmalung der neuen Kirche den kurmainzischen Hofmaler Appiani und für die Stuckarbeiten Franzesco Potti, zwei anerkannte Fachleute ihres Handwerks. Am 07.09.1762 erteilte Weihbischof Graf Fugger-Glott aus Konstanz dem Gotteshaus den kirchlichen Segen. Diese Handlung verband er mit der Spende der Firmung. Die zunächst aus dem alten Kirchlein übernommene sakrale Einrichtung passte nicht zum neuen Baustil. 1785 konnte die Pfarrei aus dem aufgelösten Frauenkloster St. Anna in Munderkingen 3 Altäre und 3 Statuen käuflich erwerben.
Darunter der im Jahr 1698 von Bildhauer Johann Eucharius Hermann und Schreiner Johann Niklaus, beide aus Biberach stammend, geschaffene Hochaltar. Das Altarbild zeigt die Krönung der Kirchenpatronin, der Heiligen Afra. 





Der ursprüngliche Kirchturm wurde nach 1792 erhöht und erhielt 1899 ein hohes Spitzdach aufgesetzt und gelangte so zur stattlichen Höhe von 54 m. Das heutige Aussehen erhielt die Kirche durch einen in den Jahren 1923 und 1924 errichteten Anbau eines neuen Kirchenschiffes. Dieser quer an das seitherige Kirchenschiff angefügte Baukörper ermöglichte, das bisherige Hauptgebäude einen geräumigen Chorraum umzugestalten. In einem kleinen Choranbau wurde der Hochaltar untergebracht. Auf diese Weise blieb das barocke Kleinod, von Bagnato, erhalten.

Die Kirche wurde im Verlaufe des letzten Jahrhunderts immer wieder durch Restaurationen und bauliche Sanierungen den Erfordernisses der Liturgie angepasst sowie als Baudenkmal erhalten. Die letzte Innenrenovierung  erfolgte zum Kirchenjubiläum im Jahre 2007.


Während der Weihnachtszeit werden 2 Krippen aufgestellt: Die ältere wurde um 1914 geschnitzt und vor wenigen Jahren restauriert.


Alljährlich zu Erntedank wird ein großflächiger Teppich aus Nahrungsgrundstoffen, welche überwiegend die heimische Natur uns bietet, im Seitenschiff ausgelegt. Mit viel Liebe zum Detail werden christliche Motive als sehenswerte Kunstwerke dargestellt.